Was macht einen guten Text aus?

Klar, wenn die Leser ihn lieben!

Was beim Schreiben aber oft zu kurz kommt: die Planung.

Gutes Textwerk ist kein Hexenwerk, wenn man sich vorher ein paar grundlegende Gedanken macht. Dazu gibt’s hier ein paar kleine, aber wichtige Basics.

Steven King und andere Bestseller-Autoren schwören darauf: Einfach drauflosschreiben. Wer schon mal eine Schreibblockade hatte, wird diesen Rat zu schätzen wissen. Aber: Das ist nur die halbe Wahrheit. Denn: Wer keine Ahnung hat, wo er mit seinen Gedanken hin will, landet schnell in der Pampa (Tagebuchschreiben natürlich ausgenommen!).

Bevor man sich also den Griffel schnappt, lohnt es sich, innezuhalten. Und sich Gedanken zu machen. Die Planung eines Textes ist mindestens genauso wichtig wie der Schreibprozess. Sie bildet das Fundament!

Meine Faustregel: 1/4 der Zeit, die ich für den Text aufwende, widme ich dem Nachdenken. Mein Thema soll ja nicht erst beim Schreiben herauskommen oder wie ein Clown aus der Torte springen. Wie blöd wäre es, wenn man erst am Ende darüber nachdenkt, was eigentlich die Leser wollen?

Planungszeit ist gut investiert: Spätestens beim Schreiben gewinnst du sie wieder zurück. Also: Lass die Denkfabrik vorher ordentlich dampfen!

1. Schreibtipp: sich über das Textziel im Klaren sein
Jeder Text hat eine Funktion, eine Absicht, ein Ziel. Bevor es an die eigentliche Schreibarbeit geht, dreht es sich deshalb erst einmal um die simple Frage: Was möchte ich mit meinem Text erreichen? Welche Absicht verfolge ich? Es ist ein Unterschied, ob mein Text informieren, appellieren oder unterhalten soll. Ein Text mit Anleitungsfunktion lebt zum Beispiel davon, prägnant, plausibel und praktikabel zu sein. Wenn ich aber nicht weiß, was ich erreichen will, landet mein Text sprichwörtlich im Nirwana – nicht nur stilistisch. Oder wie sagte Laotse:

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“

2. Schreibtipp: seine Zielgruppe kennen
Das A und O eines guten Textes ist, dass er anspricht – und zwar nicht irgendwen, sondern eine ganz bestimmte Zielgruppe. Über die sollte ich mir vorher Gedanken machen. Dabei hilft, sich eine echte oder auch eine fiktive Person vorzustellen, die stellvertretend für das Zielpublikum steht. Diese gilt es, im Kopf zu behalten, um sie im Text abholen zu können.

3. Schreibtipp: eine präzise Fragestellung formulieren
Hat man ein konkretes Thema, hat man damit nicht unbedingt gleichzeitig die Herangehensweise zum Schreiben geknackt. Wichtig dafür sind die Themeneingrenzung und eine genaue Fragestellung. Sonst läuft man Gefahr, das Thema zu breit aufzutischen und sich zu verlaufen. Welcher Aspekt soll also beleuchtet werden? Wie könnte eine konkrete Fragestellung aussehen, zu der ich eine Antwort liefere?

4. Schreibtipp: vom Kundennutzen her denken
Wo wir gerade bei der Fragestellung sind … Ein Text der meine Zielgruppe interessiert, lebt davon, dass dieser ihr einen konkreten Nutzen liefert. Wenn ich mir also ein Thema vornehme, sollte ich es mit Blick darauf formulieren. Um zu wissen, wie Themen aussehen, die mein Zielpublikum anspringen, muss ich in Erfahrung bringen: Welche Fragen bringen potenzielle Kunden mit? Was wollen die Leute wissen? Was brauchen sie? Darauf angepasst kann ich auch einen Titel schreiben, der richtig knallt.

5. Schreibtipp: den Textinhalt strukturieren
Nichts geht über Struktur. Eine vorher festgelegte Textstruktur, wenigstens grob, hilft ungemein, seine Inhalte plausibel darzulegen und einen roten Faden zu spinnen, mit dem der Leser durch den Text geleitet wird. Hat man die Struktur, wird es auch gleich viel einfacher, die Form mit Text zu füllen. Ein gut strukturierter Text ist im Übrigen ein wichtiges Kriterium, damit Leser bis zum Schluss dranbleiben.

Nach der Vorarbeit ist vor dem Text. Für die Hauptstation „Text schreiben“ gibt’s hier hilfreiche Schreibtipps:

Link: Die Kunst, gute Texte zu schreiben
Link: Fünf folgende Regeln für gute Texte
Link: Gute Texte schreiben

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Bilder: privat, Canva (Laptop)

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